Theater Türkis

Das Theater Türkis ist eine Theatergruppe von Menschen mit Gebärdensprachkompetenz und entwickelt sich zur Zeit zu einem professionellen Theaterinstitut. Taube, schwerhörige und auch hörende Menschen haben sich seit dem Gründungsjahr 2006 zusammen gefunden, um verschiedene, neuartige und innovative Theaterprojekte auf freien Bühnen einem breiten Publikum nahe zu bringen. Heute konzentriert sich das Theater Türkis auf die deutsche Hauptstadt Berlin.

Das Theater Türkis wurde im Jahr 2006 von Benedikt J. Feldmann gegründet und hieß damals für vier Jahren noch das »Chamäleon Theater«. Das erste Stück »Cheyenne« wurde beim vierten DeGeTh-Festival in München gezeigt und handelte von einem Mädchen namens Cheyenne (gespielt von Sarah Schmitz), das in eine fiktive Welt geraten ist und eine außerirdische Figur Shari (gespielt von Benedikt J. Feldmann) trifft. Cheyenne wird bei ihrer Orientierung und Selbstfindung von Shari begleitet, bis sie eine ungemütliche Wahrheit über ihren außergewöhnlichen Aufenthaltsort erfährt. Yens Appel, der taube Künstler aus Frankfurt am Main, hat eine atemberaubende Bühnenausstattung ermöglicht.

Das nächste Stück »Die Heterophobie« wurde im Jahr 2007 von Benedikt J. Feldmann entwickelt und beim dritten Festival »Clin d'Oeil« in Reims (Frankreich) zum ersten Mal und später beim ersten Jugendfestival von Deutscher Gehörlosen-Jugend in Frankfurt am Main gezeigt. Im Stück spielten Jan Kress, Miriam Hörterer, Rafael-Evitan Grombelka, Tina Simon, Benedikt J. Feldmann, Jonas Albig und Marlene Bayer mit.

Bei der Großveranstaltung »4. Deutsche Kulturtagen der Gehörlosen« vom 21. bis zum 23. August 2008 in Köln wurde »Apokalypse« gezeigt, welches von Seyed-Ali Mahbaz, Rita Mazza und Benedikt J. Feldmann gemeinsam entwickelt und gespielt wurde. Es geht um ein junges Paar Ave (Seyed-Ali Mahbaz) und Mada (Rita Mazza), das sich in einer fernen Zukunft und auf der Flucht nach Afrika befindet, wo Reichtum und Glück ruft. Europa ist bereits zerfallen und steht vor dem Ruin. Mada ist schwerkrank und wird von einem Engel (Benedikt J. Feldmann) begleitet. Die Reise nach Afrika besteht aus Hoffnung und Angst.

Im Jahr 2010 wurde das nächste Stück »Die Pädophilie« (mit Miriam Hörterer, Benedikt J. Feldmann, Laura Häußer und Martin Zierold) entwickelt und beim fünften DeGeTh-Festival uraufgeführt. Es handelt von einem pädophilen Mann (Benedikt J. Feldmann), der aber bewusst gegen eigene Sexualität handelt und nie auf eine sexuelle Handlung mit einem Kleinkind eingegangen ist. Er lebt mit einer Frau (Miriam Hörterer) ohne echte Liebe zusammen und erzählt noch keinem von seiner Schwierigkeit. Die Schwester seiner Frau (Laura Häußer) wurde schwanger. Das sexuelle Interesse vom Pädophilen wurde durch ein Gespräch mit dem Lebensgefährte von der Schwägerin (Martin Zierold) aufgeflogen. Dieses Theaterensemble hat sich gemeinsam für die Umbenennung des Gruppennamens entschieden. Die Farbe Türkis verbindet mit der Kulturgemeinschaft der tauben Menschen und der Gebärdensprache.

Beim fünften Festival »Clin d'Oeil« vom 1. bis zum 3. Juli 2011 in franz√∂sischer Stadt Reims wurde »Anakin« mit Rafael-Evitan Grombelka und Benedikt J. Feldmann gezeigt. Es ist eine Neuauflegung vom alten Stück »Cheyenne« und erzählt die gleiche Geschichte mit einer weiter entwickelten Inszenierung.